Teil von Miyagi · Tohoku

Sendai Travel Guide

Sendai Travel Guide

Tōhokus grüne Metropole, wo die Pracht des Date-Clans, weltklasse Rinderzunge und menschenleere Tempelgärten nebeneinander existieren

Sendai ist Tōhokus größte Stadt und eine der lebenswertesten Japans – ein Ort, den man in 90 Minuten mit dem Shinkansen von Tōkyō aus erreicht und wo Burgruinen, moosbedeckte Tempelhaine und eine Esskultur rund um gegrillte Rinderzunge und Edamame-Süßigkeiten warten. Dieser Reiseführer behandelt die Top-Sehenswürdigkeiten der Stadt, ihre ruhigeren Nachbarschaften und drei ausgezeichnete Tagesausflüge, darunter der haiku-berühmte Bergtempel Yamadera.

Sendai ist mit rund einer Million Einwohnern die größte Stadt der Tohoku-Region — gegründet 1601 vom einäugigen Kriegsherrn Date Masamune und bis heute als Mori no Miyako, die „Stadt der Bäume", bekannt. Breite Zelkova-Alleen, das Mausoleum Zuihoden, die Ruinen von Aoba Castle und das Ausgehviertel Kokubuncho machen Sendai zu einem Reiseziel, das sich in zwei bis drei Tagen eigenständig lohnt — nicht nur als Durchgangsstation auf dem Weg nach Matsushima.

Beste Reisezeit

Sendai ist das ganze Jahr besuchwert — Frühling und Herbst sind am angenehmsten, der August bringt das berühmte Tanabata-Festival.

Frühlingharu

Mär – Mai8–18°CMäßig besucht
  • Kirschblüte entlang der Jōzenji-dōri Ende März bis Anfang April
  • Angenehme Temperaturen für Stadtspaziergänge
  • Golden Week Ende April bis Anfang Mai — früh buchen

Sommernatsu

Jun – Aug22–30°CViele Besucher
  • Sendai Tanabata Festival 6.–8. August — eines der drei großen Tanabata-Feste Japans
  • Regenzeit bis Anfang Juli
  • Warm und schwül, aber lebendig

Herbstaki

Sep – Nov8–22°CMäßig besucht
  • Goldenes Herbstlaub entlang der Alleen ab Mitte Oktober
  • Angenehme Wandertemperaturen für Yamadera-Ausflüge
  • Weniger Touristenandrang als im Frühling

Winterfuyu

Dez – Feb-2–7°CWenig Besucher
  • Sendai Pageant of Starlight — Lichterfest entlang der Jōzenji-dōri im Dezember
  • Wenig Touristen, günstigere Preise
  • Onsen-Saison im Umland

Was tun in Sendai

Von Samurai-Mausoleen bis zu grünen Stadtboulevards — Sendais Sehenswürdigkeiten verteilen sich gut auf zwei bis drei Tage.

Zuihōden Mausoleum

Das prächtige Grabmausoleum von Stadtgründer Date Masamune — wiederaufgebaut nach dem Zweiten Weltkrieg in originalgetreuer Pracht

Mausoleum von Date Masamune

Aoba Castle (Sendai Castle Ruins)

Kostenlose Burganlage auf einem Hügel mit weitem Blick über die Stadt und eine Statue von Date Masamune

Burg mit Stadtpanorama

Jōzenji-dōri Avenue

Sendais grüner Prachtboulevard — im Frühling Kirschblüten, im Dezember Lichterfest

Grüner Boulevard der Stadt

Osaki Hachimangu Shrine

Nationales Kulturgut aus dem Jahr 1607 — einer der wenigen historischen Bauten, die Sendais Kriegszerstörung überlebten

Historisches Nationalheiligtum

Geheimtipp
Sendai Mediatheque

Preisgekröntes Architekturjuwel von Toyo Ito — freier Eintritt, Ausstellungen, Café und Stadtbibliothek unter einem Glasdach

Ikone moderner Architektur

Geheimtipp
Sendai Daikannon

100 Meter hohe Göttin-Statue am Stadtrand — wenig bekannt, begehbar und mit Panoramablick aus dem Kopf

Japans höchste Göttin-Statue

Abseits der Touristenströme

  • Jōzenji-dōri früh morgens: Der baumsäumige Boulevard gehört vor 8 Uhr fast dir allein — kein Loople-Bus, kein Gruppentrubel. Die Zelkova-Allee wirkt im Morgenlicht völlig anders als zur Mittagszeit.
  • Sendai Mediatheque statt Souvenirladen: Das architektonisch bemerkenswerte Kulturzentrum an der Jōzenji-dōri ist kostenlos zugänglich und wird von Touristen fast vollständig ignoriert — dabei lohnt sich schon das Gebäude allein.
  • Kokubuncho unter der Woche: Das Ausgehviertel nördlich des Stadtzentrums füllt sich am Wochenende. Wer dienstags oder mittwochs kommt, findet Izakayas mit freien Plätzen und ohne Wartezeit.
  • Sendai Daikannon statt Matsushima: Die angeblich vierthöchste Götterstatue der Welt empfängt kaum internationale Besucher — obwohl sie von innen begehbar sein soll. Prüfe Öffnungszeiten vor Ort.
  • Yamadera statt Matsushima: Matsushima ist schön, aber überlaufen. Der Tempelberg Yamadera in der Nachbarpräfektur Yamagata ist mit dem JR Pass jr pass guide in einer Stunde erreichbar und deutlich ruhiger.

Essen & Trinken

Sendais Küche dreht sich um zwei Dinge: Gyutan und Zunda. Hier sind die besten Adressen.

restaurant

Rikyu Gyutan Sendai Station$$

Einer der bekanntesten Gyutan-Spezialisten direkt im Bahnhof — ideal für den letzten Bissen vor der Abreise

Sendai StationVerfügbarkeit prüfen →
restaurant

Tasuke Gyutan$$

Alteingesessener Gyutan-Betrieb in der Nähe des Kokubuncho-Viertels — weniger touristisch als die Bahnhofsvarianten

KokubunchoVerfügbarkeit prüfen →
restaurant

Zunda Saryo$

Teestube im Bahnhof mit hausgemachten Zunda-Spezialitäten — auch als Shake erhältlich

Sendai StationVerfügbarkeit prüfen →

Wo übernachten

Sendai bietet alles von stationsnahen Businesshotels bis zu Onsen-Ryokans im Umland — drei Optionen für unterschiedliche Budgets.

hotel

Hotel Metropolitan Sendai East$$

Businesshotel direkt über dem JR Bahnhof — Kokubuncho und Einkaufsarkaden in wenigen Gehminuten

Sendai StationVerfügbarkeit prüfen →
hotel

Dormy Inn Sendai Annex$

Zuverlässige Budgetkette mit hauseigenem Onsen-Bad und kostenlosem Ramen zur Nacht — zentrale Lage nahe Ichibancho

IchibanchoVerfügbarkeit prüfen →
ryokan

Akiu Onsen Iwanumaya$$$

Ryokan am Fluss in Akiu Onsen, 30 Minuten von Sendai — Kaiseki-Abendessen und Freiluftbäder mit Blick auf die Akiu-Schlucht

Akiu OnsenVerfügbarkeit prüfen →

Tagesausflüge

Sendai liegt ideal für Tagesausflüge ins Umland — von Inselbucht bis Bergkloster, vieles ist mit dem JR Pass jr pass guide erreichbar.

Anreise

Anreise

  1. 1
    Tohoku Shinkansen (Hayabusa) nehmen → Sendai Station
    ca. 90 Minutenca. ¥11,810 — aktuellen Preis vor der Buchung prüfen
  2. 2
    Alternativ: Hayate oder Yamabiko — etwas langsamer → Sendai Station
    ca. 120 Minutenca. ¥11,810 — aktuellen Preis vor der Buchung prüfen
  1. 1
    Tokaido/Sanyo Shinkansen bis Tokyo Station nehmen → Tokyo Station
    ca. 2,5 Stunden
  2. 2
    Tohoku Shinkansen (Hayabusa) umsteigen → Sendai Station
    ca. 90 MinutenGesamtfahrt ca. 4 Stunden — JR Pass jr pass guide empfehlenswert, aktuellen Preis prüfen
  1. 1
    Sendai Airport Access Line nehmen → Sendai Station
    ca. 25 MinutenInbegriffen im Sendai Area Pass (ca. ¥1,320 — aktuellen Preis prüfen)
  1. 1
    Highway-Bus ab Tokyo (mehrere Anbieter) → Sendai Station
    ca. 5–6 Stundenab ca. ¥2,800 — Preise variieren stark, frühzeitig buchen [AFFILIATE:de:willer:sendai-bus]

Tipps für deinen Besuch

  • Loople Sendai nutzen: Der Sightseeing-Bus fährt alle 20 Minuten ab Bussteig 16 am Westausgang des Bahnhofs (9–16 Uhr). Der Tagespass kostet ca. ¥630 — kombiniert mit der U-Bahn ca. ¥920. Aktuellen Preis vor Ort prüfen.
  • Sendai Area Pass prüfen: Für ca. ¥1,320 deckt er JR-Linien, U-Bahn, Loople und den Flughafenzug ab — sinnvoll, wenn du Matsushima oder Yamadera als Tagesausflug planst. Aktuellen Preis und Gültigkeitsbereich vor der Buchung bestätigen.
  • IC-Karte aufladen: Suica, Pasmo oder Icoca funktionieren auf allen JR-Linien und der U-Bahn in Sendai — bequemer als Einzeltickets am Automaten.
  • Gyutan-Restaurants früh aufsuchen: Die beliebtesten Gyutan-Lokale haben mittags oft kurze Wartezeiten. Wer um 11:30 Uhr da ist, spart sich die Schlange.
  • Tanabata im August: Das Sendai Tanabata Festival (6.–8. August) ist eines der drei großen Tanabata-Feste Japans. Hotels sind in dieser Woche schnell ausgebucht — frühzeitig reservieren. [AFFILIATE:de:booking:sendai-hotels-tanabata]
  • Kokubuncho unter der Woche: Das Ausgehviertel ist am Wochenende voll. Dienstags oder mittwochs gibt es freie Plätze in Izakayas ohne Wartezeit.
  • Sendai als Tohoku-Basis: Die Stadt liegt günstig für Ausflüge nach Matsushima, Yamadera und weiter in den Norden. Wer Tohoku erkunden will, plant am besten drei Nächte ein. Mehr zur Region: tohoku region guide

Häufige Fragen

Warum heißt Sendai „Stadt der Bäume"?

Stadtgründer Date Masamune legte 1601 bewusst breite Alleen, Tempel und Gärten an. Die Zelkova-gesäumten Boulevards — allen voran die Jōzenji-dōri — verleihen Sendai ein deutlich grüneres Stadtbild als den meisten japanischen Großstädten. Der Beiname Mori no Miyako ist seitdem geblieben.

Lohnt es sich, den Urlaub auf das Tanabata-Festival auszurichten?

Ja — das Sendai Tanabata (6.–8. August) gilt als eines der drei großen Tanabata-Feste Japans. Hotels sind in dieser Woche oft Monate im Voraus ausgebucht. Wer flexibel ist, bucht früh oder weicht auf Unterkünfte außerhalb des Zentrums aus.

Wofür ist Sendai bekannt?

Samurai-Geschichte rund um Date Masamune, Gyutan (gegrillte Rinderzunge), Zunda-Mochi (Reiskuchen mit Edamame-Paste), das Tanabata-Festival, das Lichterfest Pageant of Starlight im Dezember — und die Nähe zur Inselbucht Matsushima.

Ist Sendai als Tagesausflug von Tokyo machbar?

Möglich, aber knapp. Mit dem Hayabusa-Shinkansen (ca. 90 Minuten, ca. ¥11,810 — aktuellen Preis prüfen) reicht die Zeit für Aoba Castle, Zuihoden und ein Gyutan-Mittagessen. Wer Matsushima dazunehmen möchte, plant besser eine Übernachtung ein.

Ist Sendai teuer?

Nein — Tohoku ist günstiger als Tokyo oder Kyoto. Businesshotels sind ab ca. ¥8,000 pro Nacht zu finden, ein Gyutan-Set kostet meist ¥2,500–3,500. Preise können sich ändern — vor der Reise aktuell prüfen.

Wie komme ich am besten von Tokyo nach Sendai?

Mit dem Tohoku Shinkansen (Hayabusa) ab Tokyo Station in ca. 90 Minuten — der schnellste und komfortabelste Weg. Wer Zeit hat, fährt mit dem Fernbus für ca. ¥2,800 (ca. 5–6 Stunden). Der JR Pass deckt die Shinkansen-Fahrt ab.