Praktischer Guide · Reise planen

Tokio-Metro mit Google Maps: Ein Guide für Touristen

Die Locals nutzen Yahoo Norikae. Du musst nicht. Google Maps macht es zu 95% richtig.

~ 4 Min Lesezeit
Nick van der Blom · Gründer & Reisejournalist
Besucht März 2026

Auf einen Blick

App
Google Maps
Kosten
Gratis + Suica
Offline?
Screenshot ok

Tokios Metronetz sieht auf der Karte unmöglich aus und funktioniert in der Praxis prima — wenn du den Trick kennst. Locals nutzen Yahoo Norikae Annai, eine japanisch-only Fahrplan-App, die Google Maps in Randfällen um vielleicht vier Sekunden schlägt. Brauchst du nicht. Google bewältigt 95% der Touristenrouten korrekt, akzeptiert englische Ortsnamen und arbeitet mit der Suica in deiner Tasche zusammen. Das ist der Workflow, den ich inzwischen ohne nachzudenken nutze.

Anleitung

Vom Ziel zum Bahnsteig in vier Taps

~ 30 SekundenGoogle MapsSuica aktiv

  1. Ziel suchen — einfach auf Englisch tippen

    Google Maps in Japan akzeptiert englische Ortsnamen problemlos. Tippe „Tsukiji Outer Market" oder „Senso-ji Temple" und der richtige Pin erscheint. Klebe keine japanischen Adressen aus Google-Suchergebnissen rein — die landen oft beim falschen Gebäude.

    Google Maps Suchleiste mit Ziel eingegeben

    Tipp: Für Tempel, Restaurants und Museen: englischer Name + Stadt klappt. Für Privatadressen: lass dir GPS-Koordinaten von deinem Gastgeber geben. Japanische Adressen folgen keinen Straßen — sie folgen Stadtblöcken, nummeriert in der Reihenfolge der Eintragung, manchmal aus den 60ern. Zwei Häuser an derselben Gasse können Adressen mit 200 m Abstand auf der Karte haben.

  2. Auf „Routen" tippen → Bahn wählen

    Nimm das Bahn-Icon. Google vergleicht JR, Tokyo Metro, Toei und größere Privatbahnen nach Gesamtzeit inklusive Bahnsteig-Wegen. Die blau hervorgehobene Route ist die beste — meist am schnellsten mit den wenigsten Umstiegen.

    Google Maps Routen-Bildschirm mit Verkehrsmitteln und 2 Routenoptionen
  3. Schritt-für-Schritt-Liste lesen, bevor du runter gehst

    Öffne die Route. Du siehst exakte Bahnsteignummern, Umstiegsanweisungen und welchen Ausgang du am Ziel nimmst. Mach einen Screenshot, bevor du in die U-Bahn gehst — Tokyo-Metro-Empfang ist mau auf den tiefen Linien (Hibiya, Oedo).

    Google Maps Schritt-für-Schritt Transit-Detail mit Bahnsteignummern

    Tipp: Die „Ausgang X"-Anweisung am Ende ist Gold wert. Tokyo-Bahnhöfe haben zehn-plus Ausgänge über mehrere Häuserblöcke. Am richtigen Ausgang oben anzukommen erspart dir zehn Minuten falsches Viertel.

  4. Suica an die Schranke, Beschilderung folgen

    Google Maps sagt dir die Linie, die Stationsschilder den Rest. Halte dich an die farbige Linien-Indikator (Marunouchi rot, Hibiya silber) und den Namen der Endstation. Züge sind nach der Endstation beschildert, nicht nach der nächsten Haltestelle.

    Tokyo-Metro-Beschilderung am Bahnsteig
    Linienfarbe + Endstation. Memorier dir die Farben, dann brauchst du keine Kanji.
    Suica auf dem iPhone einrichten

Was du wissen solltest

  • Letzte Bahn fährt früher als du denkst. Die meisten U-Bahn-Linien stoppen zwischen 00:30 und 01:00. Check die „Abfahrt"-Zeit deiner letzten Verbindung, bevor du noch lange Abend essen gehst — Taxi von Shibuya nach Asakusa kostet ¥4.000+.
  • Umstiegswege sind real. Manche „Umstiege" innerhalb desselben Bahnhofs bedeuten 10 Minuten Tunnel-Gewander (Otemachi, ich schau dich an). Google Maps rechnet das in die Gesamtzeit ein, aber gut zu wissen, bevor du losrennst.
  • Zwei U-Bahn-Systeme teilen sich die Stadt. Tokyo Metro (9 Linien) und Toei Subway (4 Linien) berechnen separate Fahrpreise und haben separate Schranken. Suica regelt das transparent — beim Umstieg zwischen beiden siehst du eine kleine Zusatzgebühr.
  • Frauen-Wagen gibt es auf manchen Morgenlinien. Pinkfarbene Schilder und pinkfarbene Sticker am Bahnsteigboden, meist der erste oder letzte Wagen auf Marunouchi, Yamanote und Saikyo Line während der Werktags-Rushhour.

Vertrau der blauen Route

Die blaue Route stimmt fast immer. Die 5%, in denen sie es nicht tut: Taifun-Verspätungen, Letzte-Bahn-Mathematik, oder du brauchst den rollstuhlgerechten Ausgang. Für alles andere — Ziel eintippen, blaue Route nehmen, Screenshot machen, bevor du nach unten gehst. Nach zwei Tagen merkst du nicht mehr, dass die Metro existiert. Und genau dann öffnet sich Tokio.