Beim ersten Mal in Japan, 2017, habe ich an jedem Bahnhof ein Papierticket gekauft. Schlange am Pasmo-Automaten, hantieren mit Münzen vor dem Tarifschild an der Wand, und mindestens einen Zug verpasst, weil ich am Schranken Kanji entzifferte.
Ich wusste nicht, dass man sein iPhone in eine Verkehrskarte verwandeln kann.
Geht aber. Fünf Minuten von der Couch in Frankfurt aus, und das iPhone in deiner Tasche ersetzt jedes Bahnticket, jede Münze, die du in einen Automaten geworfen hättest, und einen guten Teil deines Konbini-Bargelds. Aufladen aus einem Hotelbett um 02:00 Uhr nachts dauert weitere fünfzehn Sekunden. Das 2017er-Ich hätte weniger in der Schlange gestanden und mehr gegessen.
Anleitung
Suica auf dem iPhone einrichten
± 5 MinuteniPhone 8 oder neuerApple Pay aktiv
1
Wallet öffnen und auf das + tippen
Keine japanische Apple-ID nötig. Der Plus-Button sitzt oben rechts — Wallet macht den Rest.
9:41
Wallet
ING
•••• 4218
Apple Card
•••• 9921
Wallet-App mit dem Plus-Button für eine neue Karte
2
Wähle „Verkehrskarte" → Suica
Wallet gruppiert japanische IC-Karten unter Verkehrskarte → Japan. Nimm Suica, falls du nicht aus einem konkreten Grund PASMO oder ICOCA brauchst — alle drei funktionieren an denselben Schranken.
9:41
‹ Back
Transit Card
Add a card to use in transit
JAPAN
SSuica›
PPASMO›
IICOCA›
Auswahl der Verkehrskarten mit hervorgehobener Suica
3
Startbetrag wählen und mit Apple Pay zahlen
Minimum sind ¥1.000 (~6 €). Ich lade meist ¥3.000 für den ersten Tag in Tokio — reicht für die ganze Yamanote-Runde, ohne dass man drüber nachdenken muss.
9:41
‹ Suica
Add Money
Current balance: ¥ 0
¥3,000
Visa •••• 4218
Aufladebildschirm mit ¥3.000 ausgewählt und Apple-Pay-Button
Tipp: Nachladen geht später an jedem Bahnhof. Lad nicht alles auf einmal auf — ¥3.000 reichen ungefähr für einen entspannten Sightseeing-Tag.
4
iPhone an die IC-Schranke halten
Kein Entsperren. Express Transit ist standardmäßig an, sobald Suica deine primäre Karte ist — Telefon an den Leser, durchgehen. Grünes Licht, du bist durch.
IC-Schranken an Tokyo Station — die grüne LED oben heißt: durch.
Für die meisten Reisenden ist das die ganze Geschichte. Die Karte sitzt in deinem Wallet, Express Transit erspart das Entsperren, und am dritten Tag merkst du sie nicht mehr.
Bis dein Guthaben auf ¥80 fällt und die Schranke rot piept.
Anleitung
Aufladen, wenn das Guthaben leer ist
~ 30 SekundenVon überall mit Internet
1
Wallet öffnen und auf deine Suica-Karte tippen
Wenn das Guthaben niedrig wird, bekommt die Karte einen Warnton. Tippen, um die Detailansicht zu öffnen.
9:41
‹ Wallet
SuicaJR EAST
¥ 320Balance
Suica-Karte in Wallet mit niedrigem Guthaben und markierter „Geld hinzufügen"-Button
2
„Geld hinzufügen" tippen und Betrag wählen
Gleiche Voreinstellungen wie beim Setup. ¥1.000 reicht für zwei weitere Tage Bahnfahren; ¥10.000 ist Overkill, außer du zahlst auch in Konbinis damit.
9:41
‹ Suica
Add Money
Current balance: ¥ 320
¥3,000
Visa •••• 4218
Aufladebildschirm mit ¥3.000 ausgewählt
Tipp: Über ¥10.000 zicken manche Konbinis bei IC-Zahlungen. Halte dein Guthaben drunter, dann läuft das Bezahlen reibungslos.
3
Mit Apple Pay bestätigen — fertig in zwei Sekunden
Face ID, Doppeltipp, das neue Guthaben ist da, bevor du das Handy zurück in die Tasche steckst. Keine PIN, kein Automat, kein Bargeld.
Express Transit ist standardmäßig an. Lass es so — der ganze Punkt ist Durchgehen ohne Entsperren. Versehentlich ausgeschaltet? Einstellungen → Wallet & Apple Pay → Express Transit.
Power Reserve hält Suica am Leben. iPhone unterwegs leer? Suica funktioniert noch ein paar Stunden auf der Restspannung. Du siehst ein leeres Akku-Symbol, aber die Schranke öffnet.
iPhone 8 oder neuer, Region nicht China. Aus China importiertes iPhone? Suica taucht dann nicht in Wallet auf. Ältere iPhones (7 oder älter) können Express Transit überhaupt nicht.
Die Karte hängt an deiner Apple-ID, nicht am Telefon. Neues iPhone, Backup eingespielt, Suica mit Guthaben ist wieder da.
Auszahlung im JR-Büro. Restguthaben in bar zurück? JR-East-Büros in Tokio, Shinjuku, Ueno und ein paar weiteren großen Bahnhöfen zahlen das Guthaben aus, abzüglich ¥220 Bearbeitungsgebühr. Die Karte verschwindet dann aus dem Wallet.
Die fünf Minuten lohnen sich
Ich habe seit drei Jahren keinen Geldbeutel mehr für eine Bahnfahrt gezückt. Das 2017er-Ich, am Tarifschild starrend und ¥100-Münzen auf einem Bahnhofsboden zählend, würde es nicht glauben. Fünf Minuten vor dem Abflug. Mach es. Erspar dir die Version von dir, die es auf die harte Tour lernt.